Bronzeskulpturen Herstellung

Wie entsteht eine Bronzeskulptur?

Dieser Frage bin ich heute einmal nachgegangen und habe eine Bronzegiesserei besucht.

Die Bronzefigur ist doch einer der höchsten Formen der Bildhauerei und jeder weiß bestimmt irgend ein Detail dazu zu berichten. Nur, was ist richtig und wie kann ich als Künstler, Bildhauer, Designer oder Kunstinteressierter meine Figuren und Objekte zu Bronzeskulpturen werden lassen?

In der Regel gestaltet der Bildhauer eine Figur in Ton oder Gips und bringt diese dann zur Bronzegiesserei. Das ist sicher auch der für Bildhauer sicherste und kürzeste Weg eine Bronze giessen zu lasssen.

Aber in Absprache mit der Bronzegiesserei können auch Teilarbeiten vom Bildhauer erledigt werden. Meistens wird die Oberflächenbearbeitung vom Künstler selbst übernommen.

Aber einmal von Anfang. Gehen wir einmal davon aus, dass der Bildhauer seine Arbeit zur Giesserei bringt und dort der Rest erledigt wird. Ab dem Zeitpunkt der Übergabe beginnt dann die Arbeit mit der Erstellung einer Negativform. Das ist oftmals eine Silikonform zusammen mit einer Stützform aus Gips. Die Silikonform wird aus zwei oder drei Teilen gefertigt, je nach Gestaltung und Hinterschneidungen des Objektes. Das Silikon kann dabei sowohl in Form von Spachtelmasse aufgetragen werden, aber auch gegossen werden. Auch hier entscheidet die Art und Weise des Formbaues, das Objekt selbst. Zum Schluss wird die Silikonform noch mit einer Stützform aus Gips verstärkt.

Die so gewonnene Silikonform wird dann mit Wachs “ausgeschwenkt” und das flüssige Wachs wird wieder herausgeschüttet. Hier hat je Bronzegiesserei ihre eigene Mischung Wachs. Dann wird ein zähflüssigeres Wachs ( kälter als das vorherige) in die Form gegeben und ebenfalls unter mehrmaligem schwenken der Form wieder ausgeschüttet. So ist nun ein dünnwandiges Wachsmodell entstanden. Die Wandung beträgt bei den meisten Bronzegüssen etwa 4-5 Millimeter. Zum Schluss wird der Holhraum des Objektes mit einer Masse vergossen um die Stabilität des Wachsmodelles zu erhalten.

Das Wachsmodell wird zur Bronzeskulptur

Nach dem vorsichtgen entfernene des Wachsmodell aus der Silikonform werden Abstandshalter und Auslaufkanäle angebracht.

Wachsmodell für den Bronzeguss

Modell aus Wachs mit angelegten Auslaufkanälen

Die Abstandhalter sorgen in der späteren Gussform dafür, dass die Form nicht zusammensackt. Die Auslaufkanäle sorgen dafür, dass die flüssige Bronze sich während des Giessvorganges gleichmäßig verteilen kann und keine Luftblasen entstehen. Gerade das Anlegen der Abstandshalter und Auslaufkanäle erfordert viel Erfahrung und Geschick. Deshalb ist es ratsam diese Arbeiten mit dem Bronzegiesser abzusprechen oder ihm das zu überlassen.

Das komplette Wachsmodell mit Abstandhaltern und Kanälen wird dann in die spätere Giessform, eine Art Formsand gegeben und verdichtet. Aussen wird eine Holzschalung angebracht. Nach dem Trocknen des Formsandes wird die Form in einem Ofen gegeben. In den nächsten 5-6 Tagen wird dann das Wachs langsam zum Schmelzen gebracht. So entsteht jetzt die Bronzegussform. Diese Hohlräume ( ehemals das Wachsmodell) werden dann mit flüssiger Bronze ausgegossenen.

Ofen zum Bronzegiessen

Brennofen für den Bronzeguss beim Anfeuern ohne Tiegel

Dazu werden Bronzebarrren in  den Schmelztiegel in einem Bodenofen zum Schmelzen gegeben. Der fast 80 Kilogramm schwere Bronzetiegel wird nach dem die Bronze flüssig geworden ist durch 2 Personen aus dem Ofen gehoben und der Inhalt in die bereitgestellten Formen gegossen.

Nach dem Erkalten werden die Objekte aus der Form geschlagen, gesäubert, repariert und die Obflächen bearbeitet. Der ganze Prozess vom Formenbau bis zur fertigen Skulptur dauert je nach  Grösse des Obkjektes etwa 3 Wochen bis zu mehreren Monaten.

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