Hinterglasmalerei in Bayern
Wenn man die allerersten Spuren der Hinterglasmalerei in Deutschland sucht, wird man schon Anfang des 14 Jahrhunderts im sakralen Umfeld fündig. Allerdings war es ein einzelnes Werk, dass den Beginn dieser Kunstgattung markiert und heute befindet es sich im Museum in Schwerin. Lange folgte darauf nichts mehr, doch dann wurde diese Art der hauptsächlich religiösen Malerei ab etwa 1500 immer öfter angewendet. Zu dieser Zeit gehören die Hinterglasmaler eher zu den Glasmalern und den Malern allgemein, später auch hin und wieder zu den Goldschmieden, vor allem wegen den vergoldeten Hintergründen oder dem Benutzten von Goldfolie. Ins 16.Jahrhundert kann man auch frühe Bilder aus der Schweiz datieren. Das erste erwähnte Hinterglasbild stammt von 1521 und ist wahrscheinlich eine Art Votivbild, zum Dank also gestiftet. Etwa zur gleichen Zeit dürfte die Kölner Hinterglasmalerei entstanden sein. Vor allem für heraldische Zwecke wird diese Handwerkskunst genutzt. Die ersten Hinterglastafeln im Sinne der heutigen Malerei gab es im 16.Jahrhundert. Zentren der Malerei waren Venedig, die Schweiz und die Niederlande.
In Bayern und Böhmen erfährt die Hinterglasmalerei, vor allem im bayerisch-schwäbischen Bereich, immer größere Bedeutung. Eines der Hauptzentren lag im 18.Jahrhundert in Augsburg, man spricht sogar von einem Augsburger Stil. Hier arbeiteten vor allem ausgebildete Kunstmaler. Danach entwickelten sich von Region zu Region unterschiedliche Stile und Schulen, so dass man unmöglich von DER Hinterglasmalerei in Bayern sprechen kann. Es gibt lokale Schulen und sogar Familienschulen, bei denen alle Familienmitglieder
malten und ihre Bilder kaum von einander zu unterscheiden sind, so z.Bsp in Neukirchen bei hl. Blut in der Oberpfalz. Hier entstanden die farbigste, kraftvollsten und ursprünglichsten Bilder, gemalt von Autodidakten und Laien.
Ab der Mitte des 19.Jahrhunderts und mit dem Einführen des farbigen Bilderdrucks verschwand die Hinterglasmalerei allmählich aus der Öffentlichkeit. Wieder dorthin zurück gelangte die Hinterglaskunst erst mit der Wiederentdeckung durch den Expressionismus im zwanzigsten Jahrhundert.
Wenn man die alten Bilder heute betrachtet erscheint es, als sei diese Malerei etwas naiv und schlicht. Allerdings mußten die Maler einiges Geschick beim Herstellen beweisen. Die Bearbeitung erfolgt nämlich quasi gegenverkehrt, Licht und Schatten, mögliche Details und sonstiges müssen zuerst festgelegt werden, nicht wie bei der “normalen” Malerei zum Schluß, ebenso wie man zuerst die Umrisse malen muss.
Meistens wird eine Vorzeichnung, ein Riß, angelegt, der seitenverkehrt ist. Er wird unters Glas gelegt und in allen Einzelheiten nachgezeichnet. Als Materialien werden und wurden hauptsächlich Ölfarben und Wasserfarbe genutzt, versehen mit Gummi arabicum oder ähnlichen Binde- und Haftmitteln. Nach dem Trocknen wird das Bild gerahmt.
Wer malt heute noch Hinterglasbilder?
Wer heute ein Bild für eine Taufe, Kommunion oder für eine Namenstag möchte, kann diese heute bei Robert Haimerl eine Bestellung aufgeben. Der Hinterglasmaler kann etwa 2000 verschiedene Namenspatrone malen. Die Bearbeitungszeit beträgt meist 4-6 Wochen. Alle Hinterglas-Kunstwerke werden mit einem Holzrahmen geliefert.

Herz-Maria
Hinterglasbild Herz-Maria Grösse 36×30 cm inclusive Holzrahmen für 65 Euro
Kontakt Robert Haimerl: 09973-9141
Hier finden Sie den Artikel zur Glasherstellung