Kerzenziehen, ein altes Handwerk

Wachsarbeiten, ein altes Handwerk aus dem Mittelalter


Wer sich heute eine besondere Kerze wünscht, kann sich diese selbst herstellen oder bei einem Kerzenzieher diese beauftragen.
Die Kerzenherstellung hat eine lange Tradition. Bei der Fertigung gibt es unterschiedliche Verfahren. Zum einen eine Form, die ausgegossenen wird und zum anderen das klassische Kerzenziehen. Bei dem letztgenannten wird ein Rahmen aus Holz mit mehreren Dochten daran in heißes Wachs getaucht und langsam wieder herausgezogen. Nach dem Abkühlen kann der nächste Tauchvorgang begonnen werden. Dies wird solange wiederholt bis die einzelnen Kerzen die gewünschte Dicke erreicht haben.
Bei der Vorbereitung zu Wachsarbeiten müssen Sie sehr vorsichtig sein. Heißes Wachs kann zu Verbrennungen führen.

Kinder bitte nie ohne Aufsicht alleine lassen.

Erhitzen Sie einen Topf mit Wasser und setzen Sie in das heiße Wasser einen zweiten Topf mit dem Wachs. Sie können dabei auch alte Kerzenstummel einschmelzen und so erst einmal Ihre neue Leidenschaft testen. Dochte gibt es im Bastelgeschäft günstig zu kaufen.

Befestigen Sie mit einem Reißbrettstift die Dochte mit einigem Abstand auf einer kleinen Holzleiste. Aber beachten Sie, dass die Entfernung nicht weiter aus einander ist als die Topfbreite. Drei Dochte sind für einen mittleren Topf optimal. Nach den ersten Tests können Sie sich steigern und mehrere Kerzen in einem Arbeitsgang ziehen.
Schaffen Sie sich noch einen Ablageplatz für die Holzleiten. Am besten sind hier zwei alte Gläser, die als Ablage dienen. Die Gläser oder Dosen müssen so hoch sein, dass sie die Länge der Dochte überragen.
Decken Sie Tisch und Arbeitsplatten gut mit Zeitung oder Stoff ab und halten Sie einen Eimer mit kaltem Wasser bereit. So können Sie schnell einmal kühlen, wenn es nötig wird.
Vorsicht mit Wachsflecken auf der Kleidung. Diese gehen nur schwer weg. Kleinere Wachsflecken können mit Bügeleisen und Löschpapierstreifen vorsichtig „aufgesaugt“ werden. Am besten Sie benutzen eine alte Arbeitskleidung für das Kerzenziehen.

Wem die Arbeit mit dem Kerzenziehen gefällt, der kann sich ja an Neuem probieren und kleine Wachsarbeiten gestalten. Oder wie wäre es mit einem Wachsbild. Dabei wird ein Gegenstand wie Stoff, Perlen oder Steine in einer Form mit hellem Wachs ausgegossen. Hier ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Beachten Sie bei der Auswahl der Form auf Dichtigkeit, damit kein Wachs herauslaufen kann. Im Fachhandel gibt es aber auch fertige Wachsformen für fast jede Gelegenheit.


Klosterarbeiten- Fatschnkindl

Geschichte der Klosterarbeiten 


Wer stellt heute noch Klosterarbeiten nach alter Tradition her?

 Hauptsächlich im Mittelalter ist die sogenannte Klosterarbeit als Kunst im sakralen Bereich entstanden. Dieses Kunsthandwerk beschränkte sich in Deutschland fast überwiegend auf den Süden, aber auch in Österreich und der Schweiz sind die Spuren zu finden. In den unwirtlichen Gemäuern der Klöster entstanden dabei Nachbildungen von Gnadenbildern und ähnlichem, also den Reliquien. Unterstützt und gefördert wurde dies erstmals ab dem 16.Jahrhundert. Es gab geradezu einen Aufschwung durch die vermehrte Nachfrage nach “Heiligen Leibern”, die man in all ihren Variationen und Unarten nahezu kultisch verehrte. Selbst kleinste Knochenteilchen wurden verziert und in Altärchen und sonstigen Gegenständen angebetet. Unmengen an verschiedenen Materialien aus anderen Ländern wurden benötigt, so z.Bsp. den leonischen Draht aus Österreich oder Perlen aus aller Herren Länder, sowie kostbare Stoffe. Ganz streng genommen dürfen auch heute Klosterarbeiten nur in Klöstern hergestellt werden und nicht durch kunstgewerbliche Betriebe. Dabei gibt es viele verschiedene Darstellungen, wie ganz normale Bildchen, verziert und aufwendig, und teuer gestaltete Glasstürze, Brautsträuße oder Fatschenkindl. Die Klosterarbeiten sind aber vor allem auch Volkskunst, die wie so oft, religiöse Themen für einfach Leute herstellte. Manche bezeichnen es heute auch als religiösen Kitsch, der am Ende des 20.Jahrhunderts mit der Antiquitätenwelle wieder mehr auflebte.

Die Technik und das Material ist auch heute eher gleich geblieben. Verschiedene Drähte und Metallbänder, -bleche oder stücke werden genutzt, dazu Pailetten, Perlen und Schmucksteinchen, geschnittene Spiegelchen und Folien und vieles mehr. Es werden auch viele “echte” Materialien wie Golddraht oder Silberbleche mit einbezogen. Das alles wird durch Formen, Wickeln und Drehen zu wahren kleinen Kunstwerken gemacht, die allesamt sehr prächtig anzusehen sind. Der Begriff Fatschnkindl kommt vom einfatschen, sprich einwickeln des Jesuskindes. Das Fatschenkindel ist wohl die erste Art Weihnachtskrippe.

Frau Barbara Haimerl stellt Klosterarbeiten und auch Wachsköpfe her. Diese können in verschiedenen Grössen bei ihr bezogen werden.

Frau Haimerl erreichen Sie unter 09973-9141

Alle Arbeiten finden Sie  unter   nischenportal-muenchen.de

Weitere Infos zu Hinterglasbilder