Der Linoldruck

Wie entstand der Linoldruck?


Vom Linoldruck hat wohl jeder schon gehört und die meisten haben diese Technik wahrscheinlich auch schon in der Schule selbst ausprobiert. Deshalb hat diese Drucktechnik im öffentlichen Kunsthandwerksgedächtnis wohl eher die hintere Stelle eingenommen. Dabei bietet der Linolschnitt oder –druck sehr große Ausdrucksmöglichkeiten, ist im Materialaufwand eher preisgünstig und nach ein paar anfänglichen Übungen leicht zu bewältigen. Linoldruck ist ein sogenanntes Hochdruckverfahren und gehört damit zu den ältesten Teckniken im Kunstdruck. Hochdruck bedeutet, dass die Partien, die auf dem Blatt erscheinen  sollen, quasi stehenbleiben und die Partien, die man als weiße Flächen wahrnimmt, tiefer liegen.
Grundstoff dieser Technik ist, wie der Name eigentlich schon andeutet, Linoleum(lat. Linum – Lein, oleum – Öl), ein Bodenbelag, der ca. 1865 erfunden wurde. Die Zutaten sind Harz, verschiedene Farbpigmente, Korkmehl und oxydiertes Leinöl, dazu noch Jutegewebe.
Eigentlich konzipiert für Bodenbeläge in Krankenhäuser und ähnlichen Einrichtungen, hielt das ca. 2-3mm dicke Linoleum Anfang des vorigen Jahrhunderts Einzug in das Kunsthandwerk und die künstlerischen Drucktechniken. Ein Lehrer, der Wiener Franz Ciseh, benutzte das Material erstmals in dem Kunstunterricht seiner Schule und ließ damit experimentieren. Bis dahin war es eigentlich ein kurzer Weg zu den Künstlern der Wiener Sezession, die den Linolschnitt vor allem als Buch- und Zeitungsillustration verwendeten. Der Kunstlehrer Ciseh tat ein Übriges und machte seine Lehrmethoden überall bekannt. Immer mehr Künstler nutzten danach die Technik, auch wenn man sagen muss, dass ein Großteil von Ihnen dies zuerst als billigeren Ersatz für Holz(Holzschnitt) nutzte. Doch Linoleum hatte dem Holz gegenüber noch andere, neuere Möglichkeiten zu bieten. Man konnte es vor allem leichter und schneller bearbeiten, keine lästiges Verleimen und Hobeln mehr. Was zu dieser Zeit um 1910 auch noch sehr wichtig war, man konnte schnell und aktuell auf politische Geschehnisse reagieren, z. Bsp. mit politischen Plakaten oder dem Simplicissimus. Später dann nutzten Künstler wie Roy Lichtenstein oder Picasso immer wieder den Linoldruck.
Für die Ausführung eines solchen Druckes selbst, braucht man das Linoleum, das es in der Stärke bis zu 5mm gibt. Für die Künstlerischen Techniken nutzt man hauptsächlich das einfarbige Material. Die rauhe und fettige Oberfläche von Linoleum muss man immer neu entfetten, entweder mit Terpentin oder mit Spiritus, für die Glätte kann man es dann noch mit feinen Sandpapier schleifen. Dann braucht man natürlich verschiedene Messer, die vor allem Druck stand halten müssen. Für den Druck selbst Farbwalzen, Andrückwalzen und Handreiber und selbstverständlich Farbe. Hierbei kann man wasserlösliche und ölhaltige Farben verwenden, letztere erfordern sorgfältiges Arbeiten und geschultes Können beim Druck. Und schlussendlich das Papier, von dem entscheidend abhängt, wie der fertige Druck aussehen wird. Die Dicke und Saugfähigkeit des Papieres richtet sich dabei nach der Art der Druckerpresse, wie hoch ihr Anpressdruck ist und so weiter. Verwendet wird häufig Ingrespapier in verschiedenen Farbtönen oder Büttenpapiere