Mosaike herstellen, Mosaikgeschichte

Mosaik selber machen



Die dekorative Kunst des Mosaiklegens wird bis heute in Design, Architektur und im Kunstgewerbe angewendet. Frühe Beispiele für diese Spielart der Kunst findet man schon bei den Sumerern. Meist wurden als Materialien Ton und Kiesel verwendet. In Griechenland war das Mosaik schon sehr viel raffinierter, es wurden zusätzlich gefärbte Steinchen und Kiesel verwendet, und später schon geschnittene „Steine“, meist ein verfügbarer Naturstein. Später dann übernahmen die Römer diese Kunst, wie fast alles in diesem Bereich, von den Griechen und entwickelten sie stetig weiter. Außerdem nutzte man die Technik nun auch dazu, Wände, Fußböden und andere Wohnbereiche  zu verschönern. In dieser Hochzeit entstanden auch verschiedene Legetechniken. Ihre Blütezeit erreichte das Mosaik in der byzantinischen Kunst, wo man schon mit anderen Materialien experimentierte, z. Bsp. Glas, und kompliziertere Anordnungen ausprobierte. Teilweise gab es schon bildliche Darstellungen. Ein besonderes Highlight waren Goldstückchen, die man schräg in das Gesamtmosaik einsetzte, damit sich da Licht darin brach. Danach war das Mosaik zwar immer wieder in den verschiedenen Kunstrichtungen vertreten, doch diese ganz wichtige Rolle spielte es nicht mehr. Auch in allen Ländern der Erde sind Mosaike zu sehen, so auch am königlichen Palast in Bangkok oder im Jardin de Coquillage in Frankreich. Aeußerst sehenswert für Mosaikfreunde sind die Muschelmosaike in Garwood Park in West Sussex, sie entstanden etwa um 1740. Ein Juwel der traditionellen Mosaikkunst ist das Grab des Balletgenies Rudolf Nurejew im Friedhof Sante-Genevieve-des-Bois bei Paris. Entworfen wurde der über den Sarg geworfene rote Teppich mit Goldplättchen und Fransen von dem Ballet-Bühnenbildner Ezio Frigerio. Zu erwähnen wäre vielleicht noch der Einsatz im Jugendstil, vor allem in der Wiener Sezession.
Auch heute gibt es noch einige Mosaikarbeiten , und im weitesten Sinne könnte man auch den Trend zu sehr kleinen Fliesen für Bäder oder die Kachelung mancher Swimmingpools darunterrechnen, doch hauptsächlich trifft man die dekorativen Schmuckflächen im südlichen Europa oder in heimischen Gärten an, jedoch nur mehr selten in der Architektur.
Die Einzelstücke, aus denen Mosaike bestehen, nennt man im allgemeinen Tesserae. Bezeichneten sie früher nur die kleinen quadratischen Plättchen, umfassen Sie heute ein riesiges Spektrum an Materialien und an Formen. Man benutzt Kiesel, Perlen, Glas, Keramik und Fliesen, aber auch kleine Spiegel. Glastesserae z.Bsp sind recht wiederstandsfährig, frostfest und lange haltbar, man versetzt sie gerne mit Blattgold oder Blattsilber, um Flächen mit Glanzlichtern zu versehen. Dann gibt es noch die sogenannten Smalten. Das sind Plättchen mit Tradition, schon die Römer nutzten sie. Es sind unregelmäßige und unebene Rechtecke aus mit Metalloxiden gefärbten Glas, noch heute in Italien von Hand gefertigt. Die Rückseite aller Plättchen sind immer leicht gefurcht und abgeschrägt, damit sie besseren Halt im Zementuntergrund finden. Eine weitere traditionelle Mosaikart sind die Keramiktesserae, sowie Plättchen aus Naturstein. Die heute wohl gebräuchlichste Form sind Porzellan- und Fliesenscherben. Die Auswahl an Farben und Muster ist schier endlos. Neben den Tesserae ist der Kleber oder das Bindemittel das wichtigste Material für ein Mosaik. Heute nimmt man meistens den gebrauchsfertigen Fliesenkleber, es gibt aber auch ganz spezielle Mosaikkleber, man unterteilt sie in Zementkleber, Acrylkleber und Epoxidharzkleber. Letzterer ist teuer und erfordert, da giftig, vorsichtigen Umgang. Man verwendet in hauptsächlich für Metallflächen. Schneidegeräte, Fugenmörtel und Reinigungsmittel sind noch weitere Werkzeuge, um ein gutes und haltbares Mosaik zu erstellen.