Die Reparatur geflochener Stühle
Immer wieder findet sich ein schöner Stuhl mt einer geflochenen Sitzfläche. Der Stuhl selbst ist noch tadelos in Schuss, aber das Geflecht hat Löcher. Nun ist es vielen Stuhlbesitzern zu schade, den Stuhl einfach zum Sperrmüll zu geben. Vielleicht lohnt sich ja eine Reparatur? Bei besonders wertvollen Stühlen und Korbmöbeln empfiehlt sich immer ein Fachbetrieb für Korbmöbel. Die Fachleute können eine Reparatur fachgerecht ausführen und besorgen auch das richte Flechtmaterial. Auch ein geschickter Korbflechter kann ein Anlaufpunkt für diese Arbeiten sein. Fragen Sie einfach einmal in Ihrer Nähe einen Korbflechter. Wenn Sie dagegen eine Reparatur oder Stühle flechten selbst angehen wollen, benötigen Sie schon einiges an Werkzeugen, Geduld und Ausdauer. Zunächst einmal müssen Sie die Sitzfläche aus dem alten Stuhl entfernen. Es gibt erschiedene Ausführungen, wie die Sitzfläche befestigt ist. Erst nachdem Sie den Rahmen ausgebaut haben, können Sie mit der Arbeit fortfahren. Die alten Geflechte werden entfernt und die neue Bespannung wird eingezogen. Die Materialien für die geflochtenen Stühle sind unterschiedlich, meist jedoch wird Stuhlflechtband verwendet. Dazu noch Scheren, scharfe Messer, Hammer und ein paar Dübel zum fixieren des gespannten Flechtmateriales. Es gibt im Fachhandel auch einen kompletten Materialsatz für einen Stuhl zu kaufen. Dann entfällt der lästige Materialkauf. Das Werkzeug ist meist im normalen Haushalt vorhanden. Das anschliesend genutzte Werkzeug ab jetzt ist die Fädelnadel. Mit dieser wird die Bespannung durch die verschiedenen Bohrlöcher am Rand der Sitzfläche gezogen. Zuerst werden die langen Bahnen gespannt, einfach hin und zurück. Dann die Querbahnen. Je nach Muster entstehen die unterschiedlichen Bahnführungen des Stuhlgeflechtes. Die Enden der Flechtschnur werden mit Holzkeilen am Rahmen verkeilt.
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Geschichte des Stuhlflechten und Korbflechterei
Korbflechten oder Korbwaren sind eine schon recht alte Handwerkstechnik. Die Ägypter verwendeten diese Technik schon und nutzten dabei die Rohstoffe Peddigrohr, Papyrus und Binsen. Angenommen wird jedoch, dass die Quelle des Korbflechtens in China liegt, mit der Ausdehnung des Handels gelangten die Stühle und andere Sitzgelegenheiten in den Westen.
Material ist Peddigrohr, die Außenschale der Rattanpalme. In Europa wurden Weiden und Binsen benutzt. Rattan tauchte hier erstmals im 18.Jahrhundert in Portugal und Frankreich auf.
Die Industrialisierung brachte, wie so oft, enorme Verbesserungen und mehr Vielfalt in die Korbflechterei. Cyrus Wakefield gründete in Massachusettes um 1850 die erste Fabrik und der Standort entwickelte sich rasch zum Zentrum der Möbelherstellung aus Rattan. Wakefield verarbeitete auch als Erster nicht nur die Aussenschale der Rattanpalme, sondern auch deren Inneres, das man färben und streichen konnte. Auch für Dinge, über die wir heute lachen, wie Reifrockgestelle wurde das Geflecht genutzt. Später erfand ein Angestellter Wakefields sogar einen Handwebstuhl für Flechtrohr. Und so wurden Korbmöbel und Rattanstühle immer beliebter. Vor allem der Victorianische Stil, eine recht überladene Epoche, nutzte das Geflecht und nahm Anleihen aus allen möglichen anderen Kunststilen, wie Renaissance oder maurischer Stil. Schaukelstühle wurden Mode, ob eckig oder schwungvolle Elemente, alles war möglich. Kinderwägen, Lampen, Bücherschränke und das ein oder andere verrückte Element wurde geflochten. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts dann wurde das Design wieder schlichter, wie Möbel im Missionsstil, es gab einfache elegante Korbmöbel, wie die der englischen Dryad-Werke. Nach 1918 entwickelte man die Binsenschnur, eine feste, verzwirbelte Papierfaser. Es wurden ganze Stühle fast komplett aus dieser Schnur gefertigt. Der Effekt solcher Erfindungen war auch, das die Möbel günstiger wurden. Sie wurden mittlerweile maschinell gefertigt. Ersatz für Rattan wurde erfunden. Echtes und Individuelles wurden vielen zu teuer, man kaufte lieber öfter etwas günstiges, eine Entwicklung, die leider immer im Kunsthandwerk präsent ist und von manchen Kunsthandwerker selbst ausgelöst und gefördert wird. Und erst in den letzten Jahren nimmt das Interesse an Korb- oder Rattanmöbel wieder zu.
Korbflechten allgemein: Zu dieser Art Flechtwerk zählen Arbeiten mit Rattanrohr, Weide, Rattanfäden und Papierflechtschnur, außerdem das teuere und elegante Loommaterial (Original Llyod Loom).
Loom besteht aus dünner Papierschnur, in die man Draht einlegt, alles wird auf großen Webstühlen gefertigt. Daher der Name, denn diese Stühle nennt man Looms. Es werden richtige Matten gewoben, die man dann an die entsprechenden Möbelgestelle befestigt. Damit man diese Stellen der Befestigung nicht sieht, legt man eine geflochtene Papierschnur darüber. Der Begriff „Looms“ wird für solche Sitzmöbel verwendet.