Welche Vergoldungsarten gibt es?
Geboren ist die Idee des Vergoldens aus der Seltenheit und dem recht hohen Wert des Edelmetalles Gold. So beschloss man die kostbare Substanz nicht nur in massiver Form zu verwerten, sondern auch als dünne Schicht, mit der man andere Werkstoffe überzieht. Dabei kam den Fachleuten die hohe Dehnbarkeit von Gold zugute.
Man unterscheidet aber zwei Arten des Vergolden, eine sehr alte Methode, indem Blattgold auf verschiedene Träger aufgebracht und befestigt wird und die galvanische Vergoldung. Bei letztgenannter handelt es sich um die wichtigste Vergoldungsart gleich nach der Blattgoldmethode. Hierbei muss das Objekt, welches man vergolden will, aus Metall sein. Der Goldüberzug löst sich aus einem Salz, verursacht durch Stromleitung, und legt sich dann auf dem zu vergoldenden Träger. Es funktioniert deshalb, weil die verwendeten Materialien chemisch verwandt sind. Farbe, Stärke und Dicke des Überzugs kann man durch das zeitliche Belassen in der Lösung steuern. Allerdings ist die Haltbarkeit des Goldüberzugs begrenzt. Neben anderen, weniger genutzten Vergoldungsmethoden wie die Kontakt- und Feuervergoldung, ist die Blattvergoldung die interessanteste Möglichkeit.
Sorgfältige Bearbeitung und Ausführung ist hierbei erheblich am Erfolg beteiligt. So muss der
Erhebung ist später im Blattgold zu sehen. Die Grundierung(Leim-und Kreidegründe) müssen äußerst sorgfältig und in der nötigen Stärke, aber auch nicht mehr, aufgetragen werden. Bindemittel und Unterlage ist hierbei das Poliment, eine besondere Tonart, die mit Leim versetzt wird. All die Leim-, Kreide-, und Polimentgründe machen das Objekt elastisch und deshalb kann das Blattgold nachträglich mit einem harten Spezialwerkzeug poliert und zum Glänzen gebracht werden. Das Blattgold selbst entsteht durch Hämmern und Schlagen von Goldteilen. Verwendet wurde es wohl schon sehr früh, man weiß, dass die Ägypter die hauchzarten Blätter schon verwendet haben. Die Hochzeit des Handwerks der Goldschläger dürfte jedoch so um das 18./19.Jhd. gewesen sein. Grundsätzlich gibt es bei Blattgold die Farben Orange, Zitron, Rot, Grün und Weißgold, diese Farben haben mit dem Feingold und ihren Legierungen zu tun. Die sogenannte Glanzvergoldung ist die am häufigsten verwendete Vergoldung, der Name rührt von der großen Nähe im Aussehen zum „richtigen“ Gold, es glänzt. Daneben gibt es noch die Ölvergoldung. Sie wird hauptsächlich für den Außenbereich ausgeführt im Gegensatz zur Glanz(-Poliment)vergoldung, die man auf keinen Fall für Objekte im Freien verwenden sollte. Aber in Punkto Glanz kommt die Ölvergoldung nicht an die Glanzvergoldung heran. Das liegt daran, dass das Bindemittel Öl ist und das Blattgold damit nicht poliert werden kann, da der Untergrund dadurch nicht besonders elastisch ist. Ausgeführt wird sie auch auf sehr glattem Grund und mit dem sogenannten Mixtion, dem Anlegeöl. Die Arbeitsschritte sind eher einfach.
Normalerweise wird sowohl bei der Glanzvergoldung, als auch bei der Ölvergoldung kein Überzug oder Schutz mehr über das Gold gestrichen.
Text:arti