Geigenbau und seine Geigenbaumeister

Der Geigenbau und seine Geschichte


Einen speziellen Beruf oder ein Handwerk, dass sich mit dem Bau dieses und aller Musikinstrumente beschäftigte gab es bis zum Mittelalter nicht. Jeder, der ein Instrument spielte, baute es sich in der Regel selbst. Erst gegen Ende des Mittelalters begannen sich die Handwerker zu spezialisieren. Der Grund war auch, dass die Instrumente im Verbund mit mehreren Musikern oder im Konzert alle gleich gut und vollkommen klingen sollten. Das erste öffentliche Konzert fand dabei in Frankreich 1563 statt. Diesen Einklang von Instrumenten erreichte man kaum, wenn jeder sich seinen eigenen Klang bastelte. Eine Richtung, die in Afrika und Asien eher nicht gewollt war und auch noch ist, hier schätzt man Obertöne, Misstöne, Nebentöne und alles was gespielte Musik auch bereichern kann. Aufschwung bekam der Saiteninstrumentenbau in der Renaissance und dies wurde danach auch im übrigen Europa immer beliebter. Ein Meister seines Fachs, des Geigenbaues und heute noch über alle Grenzen hinaus bekannt, war Anfang des 18.Jhs. der Geigenbauer Antonio Stradivari(geb. 1644) aus Cremona. Sein Grundmaterial waren Holz vom Ahorn, Fichte und Ebenholz. Die Violinen bestehen aus ca. 70 Einzelteilen, die manchmal verleimt, andere aber auch durch Formschluss eingepasst wurden. Später wurde sie noch lackiert, was der Geige einen einzigarten warmen Ton verlieh. Ca. 1000 Exemplare fertigte der Meister an, von denn heute noch ca. 500 Violinen, 50 Violoncelli und 10 Violen erhalten sind und die alle noch ihren unvergleichlichen Klang besitzen.
Kurz umrissen besteht eine Geige aus nach Schablonen gearbeiteten Einzelteilen, die teilweise mit Dampf in Form gebracht werden, dann wird verleimt und manche Teile, wie der Resonanzkörper, mit dem Beitel bearbeitet werden. Der Resonanzkörper ist hohl und verstärkt die Töne, sein Boden nimmt die Schwingungen der Saiten auf, schwingt mit und überträgt sie weiter an die Luft. Der Deckel mit seinen zwei f-förmigen Löchern ist meist aus Fichte und der Boden aus Ahorn. Es kommt noch der Hals hinzu, in den noch die sogenannten Wirbel gesteckt werden. Damit werden dann die Saiten aus Darm gespannt. Wichtiger Bestandteil ist noch der Lack, der in ca. 10 Schichten aufgetragen wird. Übrigens weiß man bis heute leider nicht, welchen Lack Stradivari benutzte. Zur Geige gehört natürlich auch der Streichbogen, der meist aus exotischen Holz gefertigt wird und in dem ca. 200 Haare aus dem Pferdeschweif eingespannt werden. Den idealen Violinen-Bogen entwickelte der Franzose F.Tourte 1775, vorher sah er eher wie ein Jagdbogen aus.Am Hofe König XIV spielte das erste Orchester „Gruppe der 24 Violinen des Königs“ unter dem Dirigenten Jean-Baptiste Lully. Und einer der berühmtesten Geiger, wenn nicht der berühmteste überhaupt war der Italiener Niccolo Paganini um 1782. Er führte ein vollkommen neue Technik des Geigenspiels ein. Seine Kompositionen dazu sind heute noch sehr schwer zu spielen.
Heute ist in Deutschland noch immer Mittenwald in den bayerischen Alpen ein Zentrum des Geigenbaus. In Kassel gibt ein Museum der Geschichte des Violinenspiels.