Korbflechten Anleitung mit Weidenruten

Selbst einen einfachen Korb flechten



Wer schon einmal einem Korbmacher auf einem Kunsthandwerkermarkt zugesehen hat, ahnt nicht wieviel Arbeit es ist selbst einen Korb zu flechten. Korbflechten ist eine körperlich sehr anstrengende Arbeit und bedarf einiges an Vorbereitungen.

Weidenkorb selbst flechten lernen

Weidenkorb aus verschiedenen Flechtweiden

Das Material zum Korbflechten

Zuerst einmal sollte man sich über das Flechtmaterial im Klaren sein. Hier gibt es viele Möglichkeiten wie Weidenruten aber auch andere Ruten aus dem Garten können für einen einfachen Flechtkorb verwendet werden. Hier eine kleine Liste der möglichen Flechtmaterialien: Weidenruten, Binsen, Blattfasern, Rinde, Rattan, Bamus, Spaltholz, Triebe von Apfelbäumen, Pappeln, Birkenäste, Hopfen, Efeu, Geißblatt, Haselnuss, Wein, Ginster und viele andere mehr. Nicht zuletzt kann man auch aus Wurzeln von Birke oder Tannenbäumen Körbe flechten. Diese sind in Skandinavien weit verbreitet.

Weiteres Werkzeug zum Flechten von Körben:

Gute Gartenschere, Hammer, Schraubenzieher, schwerer Stein oder Korbmacherpfriem, scharfes Messer oder Cutter, großer Kübel zum Wässern der Ruten. Nehmen Sie sich als Anfänger zuerst einmal eine Korbschale als erstes Flechtobjekt vor und arbeiten sich dann immer weiter. Wichtig ist, dass das Flechtmaterial ausreichend biegsam sein muss und nicht brechen darf. Weidenruten müssen dazu zuerst einmal gewässert werden. Wie lange das sein muss, hängt von der Weidenart und Dicke der Ruten ab. Bei dünnen Korbweiden reichen meist schon 5-6 Stunden Wässerung aus.

Korbboden herstellen

Wir beginnen mit dem wichtigsten Teil eines Weidenkorbes, dem Boden. Dieser wird aus dickeren Ästen, die etwas dünner als ein Finger sind hergestellt. Diese Arbeit nennt man das Bodenkreuz herstellen. So wie der Name es schon verrät wird ein Kreuz aus den dickeren Enden des Flechtmateriales hergestellt. Hier gibt es verschiedene Arbeitstechniken wie das geschehen kann, die einfachste Art ist die, einzelne Stäbe durch die Kreuzstäbe zu stecken.Die Länge der Kreuzstäbe sollte mindesten so lang sein, wie der spätere Weidenkorb an Bodenfläche haben soll. Dabei wird das Gegenstück mit dem Schraubenzieher eingestochen und dann der Stab hindurch geschoben. Zwischen drei bis fünf solcher Stäbe werden so gegeneinander laufen gelassen. Das so entstandenen Kreuz wird mit dünnen Weidenruten (oder anderem Flechtmaterial) bis zum Bodenrand festgeflochten. Nun werden die längsten Ruten zum sogenannten aufstaken benötigt. Diese langen Weidenruten werden angeschräbt und mit der Schrägseite nach oben so tief wie möglich in den Korbboden eingesteckt. Dies bewerkstelligt man, in dem man vorher mit einem runden Eisen ein Loch für die Stake vorlockert. Die Staken bilden dann das seitliche Gerüst des Weidenkorbes. Je nach Stabilität des Weidenkorbes werden einzelne Staken oder mehrer nebeneinander regelmäßig über den Korbboden verteilt eingesteckt. Nun legt man einen schweren Stein oder eine Eisenplatte auf den Korbboden und biegt die Staken vorsichtig nach oben. Dann bindet man die Enden der Weidenruten (Staken) oben zusammen. Das sieht jetzt schon ein klein wenig nach Weidenkorb bis hierher aus.

Jetzt beginnt das Korbflechten

Jetzt kann das eigentliche Korbflechten beginnen. Vom Boden her fangen wir an die nächsten biegsamen Ruten immer abwechselnd zwischen den Staken einzulegen und anschließend fest zu klopfen. So wird Reihe um Reihe der Korb nach oben hin aufgebaut. Achten Sie auf festen Sitz der Ruten und klopfen sie nach jeder Lage diese wieder fest. Die dickeren Enden schneiden Sie schräb ab und integrienen die Schräge in die Form des Korbes mit ein. Oder aber Sie lassen die Rutenenden herausstehen und schneiden alles später mit dem Cuttermesser passend ab.

Wie flechte ich Rand und Henkel des Korbes?

Zum Schluss hin werden die Staken zusammen mit den Rutenlagen eingewoben und bilden so den Rand des Korbes. Wer einen Korb mit Henkel flechten möchte, kann mehrer starke Staken dazu benutzen. Diese werden dann als eine Art Zopf geflochen und am gegenüberliegenden Ende ins Geflecht eingearbeitet. Eine andere Henkelart kann man aus einem dickern Ast herstellen, der vorher gewässert und entsprechend vorgebogen wird. Danach wird er wie die Staken in das Korbgeflecht so weit als möglich hineingesteckt und dann mit dem überstehenden Staken verflochten. So ergibt sich eine dekorative und haltbare Verbindung.

Sind die ersten Korbflechtarbeiten erfolgreich, kann man sich zu immer filigraneren Körben hin steigern.

Hier noch ein Buchtipp zum Korbflechten: Flechten mit Naturmaterial: Faszinierende Körbe, Schalen und mehr

Weitere Informationen rund ums Flechten finden Sie hier:

Korbstühle flechten und reparieren

Loom Möbel und  Rattanmöbel

 

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