Wie wird Papier hergestellt oder geschöpft ?
Eigentlich ist es, gemessen an anderen Materialien, ja noch gar nicht so lange her, dass die Menschen Papier benutzen können. Man nimmt an, dass es zuerst vor ca.3000 Jahren in China aufgetaucht, bzw. hergestellt wurde. Die erste Erwähnung bezüglich der Herstellung stammt ebenfalls von einem Chinesen, allerdings sehr viel später, nämlich so um 100 n. Christus. Die bekanntesten Vorgänger unseres heutigen Papieres dürfte wohl das allen bekannte Papyrus und Pergament sein. Papyrus gab unserem Papier auch seinen Namen, es bestand aus dem herausgeschabten Mark einer Pflanze und wurde ebenfalls zum ersten Mal etwa 3000 v.Chr. erwähnt. Pergament hingegen besteht aus Tierhaut, die lange bearbeitet werden mußte. Seine Beschaffenheit und Haltbarkeit war sehr viel robuster als Pergament und deshalb wurde es auch bevorzugt genutzt. Bis zum Mittelalter hielt es seine Stellung und wurde erst durch das uns bekannte Papier verdrängt. Zunächst war die Papierherstellung natürlich ein streng gehütetes Geheimnis einiger weniger. Ausgehend von Asien brachten dann die Araber um ca. 1100 das Papier nach Europa. In Spanien wurde die erste Papiermühle gegründet.
Durch Verwendung von tierischen Leimen und anderen Rezepten, sowie der Gestaltung von Wasserzeichen, verbesserten die Italiener die Papierqualität erheblich. In Deutschland entstand etwa 1400 die erste Papiermühle im fränkischen Nürnberg. Hauptsächlich siedelten sich diese Mühlen entlang von Flüssen an. Ende des 17.Jhd. war Papier und seine Herstellung in ganz Europa verbreitet. Technische Neuerungen und Verfeinerungen erlaubten Ende des 18.Jahrhunderts die Nutzung von Holz und Stroh zur Papiergewinnung, statt wie zu Beginn von Lumpen. Einen großen Aufschwung gab es natürlich auch schon vorher durch die Erfindung des Buchdruck . Bei der Herstellung heute werden Maschinen im großen Stil benutzt und das Rohmaterial ist gesammeltes Altpapier und Zellstoff, aus Holz gewonnen.
Das Papierschöpfen
Besonderes Papier ist auch heute noch das handgeschöpfte Papier, man unterscheidet grob Schöpfen mit dem Schöpfrahmen und mit dem Schöpfgitter. Wie beim maschinell bearbeiteten Papier ist auch hier das Grundmaterial Zellstoff oder schon benutztes Papier. Bei Zellstoff wird die Zugabe von Leim und Kaolin nötig. Nachteil der schon benutzten Papiere ist die Farbgebung, für reinweißes Papier ist es also wenig geeignet. Hier wird durch Zugabe von Färbemittel der entstehende Grauton relativiert.
Grundsätzlich wird ein Papierbrei zubereitet und je nach Gestaltung sehr fein gestampft. Ist der enstandene Faserbrei dünn und fein, so gilt dies auch für das entstehende Papier. Je nach dem, wird ein Gitter oder Rahmen beim Schöpfen verwendet. Unter weiterer Zugabe von Wasser wird die gewünschte Konsistenz erreicht und das Papier wird geschöpft., dabei verdichtet und verfilzt sich der angesetzte Faserbrei. Beim sogenannten Abgautschen wird die geschöpfte Schicht mit verschiedenen Werkzeugen ausgepreßt, so dass der aufgebrachte Brei gut entwässert und vor allem glatt wird. Verwendet wird hierbei eine Presse. Dann wird das fertige, aber noch feuchte Papier zum Trocknen aufgehängt oder ausgelegt. Es gibt noch Varianten wie das Einschöpfen, bei dem man dekorative Elemente mit einbringt, Gräser oder Blätter z.Bsp, aber auch Fotos. Bei stark strukturierten Geweben werden auch ganze Objekte „eingeschlossen“.
Hier finden Sie mehr zu Paperweights.