Die Geschichte des Polsterns

Polster Stühle oder wie das Polstern begann


Wahrscheinlich kann am schon seit der Steinzeit vom Polstern reden, aber so richtig in Schwung kam die gemütliche Kuschelecke erst im Mittelalter. Die Inneneinrichtung wohlhabender Kaufleute und adeliger Familien spielte auch damals schon eine grosse Rolle in der Gesellschaft. Mehr als in der heutigen Zeit benutzte man Textilien und Teppiche für die Dekoration der Wohnungen und Häuser. Allseits beliebt waren Wandbehänge, geraffte Bettvorhänge und voluminöse Polstermöbel. Auch Leder oder Segeltuch kann man dabei schon als Polsterung von Möbeln ansehen. Später dann so um das siebzehnte Jahrhundert wurden die Stühle schon gepolstert, wenn auch in einer einfacheren Variante. Als Füllstoffe wurde Rosshaar, Sägemehl, Federn oder auch Ziegenhaar benutzt. Im Prinzip wurde eins dieser Materialien einfach auf das zu polsternde Möbelstück gehäuft und dann einfach der Stoff darüber gespannt und mit Nägeln fixiert. Erst etwa einhundert Jahre später entwickelten die Handwerker beim Polstern bessere Techniken. Zum Beispiel wurde das Füllmaterial besser verteilt, um bestimmte Formen oder Bequemlichkeit zu erreichen. Auch beim Fixieren begann man den sogenannten Garnierstich zu verwenden, wie bereits bei Sattlern üblich. Vor allem konnte man auch Rücklehnen gestalten.
Das klassische Polstermöbel hatte im achtzehnten Jahrhundert seinen Höhepunkt. Man schuf perfekt geschwungene Silhouetten und fachmännisch gearbeitete Auspolsterungen. Das Erlebnis war Eleganz und Komfort zugleich. Dazu kam noch allerlei Ziermaterial wie Borten, Ziernägel, Posamente oder Zierstiche. Circa achtzig Jahre später war die Einfachheit bei der Möbelgestaltung eingekehrt. Man wollte strenge Linienführungen wie zum Beispiel bei den Griechen. Eckige Formen und scharfe Kanten war von da an gefragt. Lockerer wurde die Gestaltung erst einige Jahre später durch maschinelle Herstellung wurden Polstermöbel auch für einfachere Leute erschwinglich. Stahlfedern, Schnürungen und Stoffe wurden strapazierfähiger. Im zwanzigsten Jahrhundert kam es durch die zwei Weltkriege zu Materialnotstand, man musste sich also etwas einfallen lassen. Alle Materialien wurden sparsamer eingesetzt. Gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts nutze man neue Materialien wie Stahlrohr, Fieberglas oder Sperrholz und auch Aluminium. Es entstanden ganz neue Sitzformen. Bequemlichkeit und Preis bestimmen seither die Stilrichtung.

Ein nahe verwandter Beruf ist heute auch noch der Autosattler. Kunstvoll gefertigte Lederbezüge oder auch die Erneuerung von Sitzbezügen von Oldtimerautos sind sein Arbeitsbereich in der Autosattlerei.

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