Wo kommt der Scherenschnitt her?

Die Kunst des Scherenschnittes, auch Psaliegraphie genannt, ursprünglich verbreitet in China, vor allem Nordchina, wird heute noch hauptsächlichen in den Niederlanden, Polen, Mexico, der Schweiz und eben China genutzt.

Manchmal werden sie auch als sogenannte Caniverts, d.h. Spitzenbilder aus Papier, genannt. In Frankreich waren diese kleinen Kunstwerke bis Ende des 19.Jhd. weit verbreitet, heute findet man sie nur noch in den Departements Elsass und Savoyen. Durch Emigranten wurde der Scherenschnitt auch nach Amerika geführt, wo man hauptsächlich Grußkarten für alle möglichen Anlässe daraus fertigt.
Normalerweise nutzte man die Scherenschnitte als Rahmen für Medaillons und Bilder.
Die Kunstfertigkeit ist es, Materialien wie Papier so auszuschneiden, dass entweder die Ausschnitte oder die Umrisse, oder beides, ein schönes und dekoratives Bild ergibt.
Die klassische Variante des Scherenschnittes ist die Silhouette, bei der ein einfaches Papier oder mehrere übereinandergelegte mittels Schneidewerkzeugen bearbeitet wird. Dann gibt es noch die sogenannte Falttechnik, bei der ein Papier mehrfach gefaltet wird, dann geschnitten und auseinandergefaltet wird.
Das Hauptmaterial ist Papier, die Stärke kann von 40g bis 250g reichen. Nicht geeignet ist Rollenpapier oder beschichtete Papierbögen. Farbige Papiere, Seiden- oder Lampionpapier und das normale Tonpapier kann jedoch problemlos verwendet werden. Vorher sollte man jedoch entscheiden, wie detailliert die Scherenschnittarbeit sein soll, denn es gilt je feiner und detaillierter, desto dünner das Papier.
Als Schneidewerkzeuge werden Schere, Skalpell oder Lochschneider gebraucht. Zur Arbeitserleichterung dienen auch Cutter, Scherenpinzetten oder Kreiscutter, sowie eine Lupe.
Im 17.Jhd und 18.Jhd. waren Scherenschnitte in Deutschland weit verbreitet und sehr beliebt, heute kümmert sich noch ein Verein für Scherenschnittkunst um die Bewahrung und Archivierung dieser Kunstfertigkeiten.

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