Die Bedeutung von Edelmetallen

Wie und woher kommen Edelmetalle?

Hauptwerkstoff bei der Schmuckherstellung ist nach wie vor Gold, lat. Aurum. Es ist eines der ältesten Materialien, die Menschen je bearbeiteten. Sein Wert war schon immer hoch, da man selten Gold findet und die Gewinnung schwierig ist. Außerdem spielt der idelle Wert und das glänzende Aussehen eine große Rolle. Deshalb wurde immer schon Gold für wichtige und wertgeschätzte Gegenstände, wie Kronen oder Kreuze, verarbeitet. Große Goldfunde gab es im Lauf der Geschichte in Peru und Mexico, in Kalifornie, Australien und Südafrika. Gewonnen wird es durch die troditionelle Goldwäsche mit Wasser, durch Amalgamation(Versetzen mit Quecksilber, Verdampfen), durch Elektrolyse und durch Chlorgasraffination, hier wird ein Feingehalt von 995/1000 erreicht.
Chemisch reines Gold ist Feingold mit hellgelber Farbe, die sich an der Luft nicht verändert.
Es ist säurebeständig, auflösbar nur in Königswasser(Salzsäure und Salpetersäure) und extrem dehnbar(Blattgold). Gold wird meist im legierten Zustand verarbeitet, mit Silber und Kupfer.
Weißgold besteht aus Feingold und entweder Palladium oder einem Kupfer-Nickel-Zinkgemisch als Zusatz. Bei ersterem wird das Material sehr geschmeidig mit hohem Schmelzpunkt, beim zweiten ist es extrem hart. Weißgold wie man es heute verwendet, gibt es erst seit ca. 1900.
Silber, lat. Argentum, war lange Zeit sehr viel begehrter als Gold. Es glänzte so hell und weiß, also wertvoll. Fundorte von Silber sind Mexiko, Peru, Chile, Australien, aber in früheren Zeiten auch Deutschland(Erzgebirge). Die Gewinnung des Metalles ist weitgehend identisch mit der von Gold. Silber ist das Edelmetall mit der hellsten Farbe und besitzt eine enorme Leitfähigkeit für Wärme und Elektrizität. Es ist härter als Kupfer, aber weicher als Gold. Entgegen der landläufigen Meinung oxidiert Silber nicht(Anlaufen), es verbindet sich mit Schwefel in der Luft, auf der Haut usw. Dadurch entsteht eine brauneschwarze Silbersulfidschicht. Legierung ist hauptsächlich Kupfer.
Heute teuerstes Material ist Platin, span. Platina -  Silberchen. Älteste Funde stammen aus Ägypthen und dem Inkareich. Erst im 18.Jdh gewann Platin an Bedeutung, man legte z.Bsp. Porzellan mit Platinfolie aus. Platin hat einen extrem hohen Schmelzpunkt und ist deshalb auch aufwendiger und schwerer zu verarbeiten. Es konnte anfangs weder gelötet noch geschmolzen werden. Und auch heute noch wird es eher geschweißt. Erst ab ca. 1850 konnte das Material geschmolzen werden, es entstanden Temperaturen von 3000 Grad, im Gegensatz dazu Silber ca. 900-1000, oder Gold etwa 1050Grad. Fundorte sind Südamerika, Russland, Kanada und Alaska, Südafrika. Die Gewinnung richtet sich dabei nach dem Fundort und ist eigentlich immer aufwendig. Ebenso wie Gold und Silber wird Platin als Legierung verarbeitet, dabei wird Palladium, Iridium und Kupfer verwendet.
Platin ist eher weißlich-grau, es läßt sich sehr gut dehnen und polieren. Die Leitfähigkeit ist sehr niedrig.

Text:arti

Goldschmiedekunst und seine Hintergründe

Goldschmieden und seine Vielfältigkeiten



 
Geschichte und Werdegang des Goldschmiedens ist eng verknüpft mit gesellschaftspolitischen Ereignissen, mit dem Stellenwert von Künstlern und Ateliers und mit Veränderungen bei Herstellungsprozessen und der Materialbehandlung. Goldschmiedekunst bezeichnet zu allererst das Herstellen von Schmuck und Ziergegenstände. Schon aus der Steinzeit ist sehr einfacher Schmuck aus Elfenbein oder Bernstein überliefert. Und seit dem 6.Jahrtausend v. Chr. wird Edelmetall zur Fertigung genutzt. Bereits tausend Jahre später war die Schmiedetechnik sehr gut entwickelt. In der Zeit der Griechen war der Ursprung der traditionellen, abendländischen Schmuckherstellung . Heutige Schmuckarten wie Ring, Armreif oder Ohrgehänge gab es schon, Gold war das Hauptmaterial, Edelsteine wurden nur zu einem sehr kleinen Teil verwendet. Einer der bedeutendsten Funde aus dieser Zeit ist der „Schatz des Priamos“. Neben Gießen und Löten wurde hauptsächlich die Kunst des Zisilierens genutzt.
Bei den Römern später gab es nur sehr einfachen Schmuck, Gold durften sowieso nur Wohlhabende tragen.
Von der Völkerwanderung etwa ab dem 4. bis zum 7.Jhd. war die Goldschmiedekunst nur eine Randerscheinung.
Zur Zeit Karls des Großen, der Bildung und Kunst aufgeschlossen gegenüber stand, entstanden von Goldschmieden gestaltete prächtige Evangelien und Bibelhandschriften. Außerdem kann man zu der Zeit erstmals namentlich eine Goldschmiedewerkstatt nachweisen.
Auch während des Mittelalters steht die Schmuckherstellung wie bei Karl dem Großen unter  byzantinischen Einfluss, Zentren waren damals bei Lüttich, am Niederrhein bei Köln, sowie Hildesheim und Magdeburg.
Ende des 12.Jhd. im ausgehenden Mittelalter, in der Gotik, war die Blütezeit der sakralen Goldschmiedekunst, es entstanden Monstranzen, Altäre und ähnliches.
Zur Zeit der Renaissance erschuf dann Peter Henlein neue Formen in Gestalt von besonders kleinen Uhren und die sogenannten Artefakte. Dies sind Schmuckstücke ohne Gebrauchswert, reiner Schmuck, heute würde man sagen, eine Luxusanschaffung.
Herausragend im Barock  und zugleich Spiegelbild dieser üppigen Zeit ist die Sammlung von August den Starken in Dresden, er holte die besten Künstler an seinen Hof und errichtete mit dem Grünen Gewölbe eines der prächtigsten Schmuckkabinette Europas. Hofgoldschmied war der berühmte Johann Melchior Dinglinger. Entstehende Handelsbeziehungen nach Asien brachten dabei neue Formen wie Chinoiserien oder Materialien wie Porzellan nach Europa, außerdem wurden immer mehr und größere Edelsteine verwendet.
Während des Empire, oder auch Klassizismus, wurde Schmuck fast nur mehr von Damen getragen. Zu dieser Epoche gab es wegen der Kriege Napoleons auch den berühmten Eisenschmuck in Deutschland also Gegenstück zum englischen Stahlschmuck. Zugunsten des Vaterlands wurde dabei Goldschmuck gespendet und dafür erhielt man Eisenschmuck. Höhepunkt war die Einführung des Eisernen Kreuzes durch Friedrich Wilhelm III.
Biedermeier und Historismus brachten dann wieder Dekoratives und pflanzliche Ornamentik ins Spiel, außerdem war Juwelenschmuck wieder in. Eine Besonderheit hier der sogenannte Haarschmuck, eine Art Trauerschmuck aus den Haaren von Toten, oder Schmuck aus Jet, Gagat, eine polierfähige, extrem schwarze Kohleart.
Zur vorletzten Jahrhundertwende kam der Jugendstil, oder Art noveau, auch bei der Schmuckherstellung in Mode, Zentren waren Paris, Brüssel, England und München. Einige der bekanntesten Namen waren, Carl Peter Faberge, Rene Lalique oder Alfons Mucha. Der Name des Künstlers und Herstellers wurde wieder wichtig. Kennzeichnen war die Verwendung von Email und florale Motive.
Im 20.Jdh. war die Entwicklung durch zwei Weltkriege eher beschränkt, einzig die Bauhausbewegung setzte wenige Akzente. Die Verwendung von Weißgold ist vielleicht auch noch zu erwähnen und das Hinzukommen von neuen Materialien wie Kunststoff oder Edelstahl.

 

Text: arti